It Was Written #2 – Rap History 1979-2009

Nach dem ersten Bericht unserer Serie “It was written” über das liebevoll gestaltete Nischenmagazin „Uptown Strut“, stellen wir euch nun den zweiten Teil vor und tauchen ein in die nicht mehr ganz junge Geschichte des Raps.

Rap History 1979-2009: The Inofficial Guide Through Three Decades of Hip Hop

“Wir schreiben das Jahr 1979. Die Discowelle in New York erreicht ihren Höhepunkt und die gesamten Vereinigten Staaten von Amerika sind im Tanzfieber. Die ganzen Vereinigten Staaten? Nein, ein Bezirk im Norden des Big Apples leistet Widerstand, baut seinen eigenen State of Mind auf“. Gemeint ist die Bronx, der soziale Brennpunkt, in dem die mittlerweile gut dreißig-jährige Geschichte des Hip Hops begann. Marc Hype, Dejoe, Karin Offenwanger, Sven Hausherr, DJ Scientist und MC Trix haben sich zur Aufgabe gemacht, diese Geschichte zu erzählen. Genauer gesagt: sie noch einmal anders zu erzählen als dies schon hunderte Male geschehen ist.

Denn im Mittelpunkt des „Inofficial Guide Through Three Decades Of Hip Hop“ stehen vor allem die Releases: Welche Tracks waren prägend für welches Jahr, welcher Song hat eine neue Ära in Sachen Sound eingeläutet, welche Alben sollte man auf keinen Fall verpasst haben? So lauten die entscheidenden Fragen, die Seite für Seite, Jahr für Jahr beantwortet werden.

Knowledge steht für die sechs Autoren, die gleichzeitig die vielleicht umfassendste Online-Quelle für Early Rap Singles (www.raphistory.net) betreiben und Veranstalter der berüchtigten Rap-History-Partys sind, im Vordergrund. Vermutlich ist es den sechs Plattenliebhabern mit ihren unglaublich umfassenden Archiven überaus schwer gefallen, sich auf Grund des arg begrenzten Platzes nur auf die absolut essentiellsten Scheiben zu beschränken. Doch auch wenn Detailversessenheit beim Blättern immer mal wieder durchscheint, ist es ihnen gelungen, das Wesentliche herauszustellen und ein kompaktes Nachschlagewerk zu kreieren.

Wer es ausführlicher wünscht, dem seien die Einzelausgaben zu den jeweiligen Jahren ans Herz gelegt, die sogar noch mit einer feinen Mix-CD daherkommen. Wer jedoch den Überblick über dreißig Jahre Musikgeschichte sucht, ist mit dieser Zusammenfassung gut bedient. Gerade die frühen Jahre dürften für viele Leser, die erst in den 90er Jahren mit Hip Hop infiziert wurden, interessant sein und neue Horizonte öffnen (bspw. für Electro-Rap der frühen 80er). Nur zu empfehlen ist übrigens eine Lektüre vor dem Laptop mit geöffnetem youtube-Fenster. Einziges Manko am Heft ist leider die etwas unglückliche Bindung, die zum Einen recht billig geklebt ist und zum Zweiten verhindert, das Heft offen auf den Tisch zu legen, ohne dass es ständig von alleine zuklappt. Aber in Anbetracht von schlappen fünf Euro fünfundneunzig, die das gute Stück kostet, kann man hier getrost ein Auge zudrücken.